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Rhin – Fahrt des HKC vom 14.Oktober 2012

geschrieben von Andreas

 

Der Rhin

in Fachkreisen auch gern mal als „Fluss des Todes“ bezeichnet (dazu später mehr).

 

Verbindung zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und Berlin: Kanufahren auf dem Rhin

Map data © OpenStreetMap contributors, CC-BY-SA

 

Diese Gewässerlandschaft in Brandenburg besticht durch ihre Ruhe und teilweise schon sehr überraschende Urwüchsigkeit, die man an sehr vielen Abschnitten im Kanu erleben kann. Sie ist von Kanuwanderern bisher relativ wenig genutzt, wohl weil sie zu unbekannt ist. Das möchten wir hiermit ändern. Wir haben auf allen genannten Gewässern eine sehr lebendige Natur, in der es keinesfalls ungewöhnlich ist, Eisvögel, Kraniche, Seeadler, Fischadler, Otter und Biber anzutreffen. Letztere beiden sind allerdings überwiegend dämmerungsaktiv, doch wer still und aufmerksam dahinpaddelt, wird auch mal das Glück haben, sie bei Tage zu Gesicht zu bekommen. "Beobachten" wie es in diversen Prospekten angepriesen wird, lassen sie sich jedoch kaum, dazu sind sie die Nähe des Menschen nicht genug gewöhnt. Oft hört man ihre Nagegeräusche, und die jungen Biber hört man mitunter leise fiepen oder ihre Schmuselaute von sich geben. Die Fischotter machen sehr vielfältige Geräusche, man muss es lernen, sie zu erkennen, und man muss sehr offen, aufmerksam und leise sein. Wir wünschen allen, die auf diesen außergewöhnlichen Gewässern mit ihrem Kanu unterwegs sind, viel Ruhe und Freude.

 

( Auszug aus der Infoseite zum Rhintourismus )

 

Also Rhin - Fahrt war angesagt!


Begeisterte Outdoor Fans des HKC wollten mal wieder als Sonntagsfahrer am 14.10.12 einen Ausflug machen:

Seit einigen Wochen habe ich die Teilnehmerliste für die Rhinfahrt im Auge, die Wettersituation ebenfalls und einzig das Datum zum Meldeschluss war mir durch die Lappen gegangen. Als ich mich mit dem letzten Stand der mitfahrenden Teilnehmer anfreunden konnte wollte ich mich dann auch sogleich einschreiben, aber bitte wo war die Liste? Spontan kam mir eigentlich die Idee eine Kopie dieser Liste aus der Erinnerung anzufertigen und sie dann wieder an die Pinnwand zu hängen, wie zufällig würde da mein Name mit draufstehen

 

Ich hatte mir als teilnehmende Paddler folgende Vereinskameraden gemerkt:

  • Elke und Peter ( die Füchse unter den Wanderfahrern, immer freundlich und vor allem stets mit Rat und Tat zur Stelle )
  • Silvia und Matthias ( aufrechte Menschen mit Humor und wenig Lust sich verbiegen zu lassen J )
  • Simone und Volker (unsere Hardliner, straff organisiert von der Straßenkarte mit eingebauter Stimme (da spart man das Navi) bis zum vorgefertigtem Frühstücksbrötchen, welche als Erstration schon auf der Anfahrt zum Rhin dem Chauffeur mit den Worten: so Dicker( Volker) halt mal den Mund jetzt gibt´s erstmal Frühstück, in den offenen Schlund geschoben wurden. Stellt euch ein Pelikanjunges vor das von Mutter Pelikan gefüttert wird!)
  • Gabi und Andree(nun ich gebe zu ein Sonderfall, die einzigen die im 2’er antreten wollen, angesagt waren Kleinboote ohne Steuereinrichtung) über dieses Pärchen werde ich noch berichten!
  • Matthias Brauns (ihn nenne ich ausdrücklich mit Nachnamen damit jeder weiß von wem ich rede, er ist nicht allen visuell bekannt, imposante Erscheinung, nett, freundlich und sehr ruhig, kommt ausgezeichnet mit der Kamera zurecht und beherrscht sein Bootsmaterial )
  • Jumbo(was soll man dazu sagen, alle kennen ihn, alle mögen ihn und außerdem hat er die schickste Mütze die man je am Rhin gesehen hat)
  • Björn (ruhig, ausgeglichen und beobachtend was um ihn herum geschieht)
  • Birgit (na ja, halt Prinzessin aus dem letzten Jahr, wer hat nicht die fantastischen Bilder noch im Kopf als sie mit Rhinwasser und Burger King Krone gekürt wurde, frisch verliebt ist sie auch… oohhhhhh

Und mein Name hätte dann auf der Schummel-Liste hier gestanden:

  • A N D R E A S (groß, kräftig, sportlich, lautes Organ, nett, zuvorkommend, charmant, manchmal deutlich werdend, hilfsbereit und mit Nehmerqualitäten ausgestattet (auch hierzu später mehr)

Diese Arbeit war dann gar nicht mehr notwendig, denn Simone schlenderte nach dem Drachenboottraining so über die Wiese und da kam es mir gerade recht ihr mitzuteilen:

Jetzt hat doch jemand den Zettel für die Rhin - Fahrt abgenommen wo ich mich doch gerade einschreiben wollte!

 

Ein freundliches Honigkuchengrinsen schlug mir entgegen und die Aussage:

zu spät!

 

Denkste Puppe, dachte ich mir! und meine Antwort war:

nimm bitte zur Kenntnis:


I c h  w i l l  m i t !

 

O K, wäre eine für mich völlig ausreichende Antwort gewesen, bis zum Nachsatz der da lautete:dann musst du dir ein Boot besorgen.

Freunde des gemütlichen Wassersports das sollte das kleinste Hindernis werden, kurzes Telefonat mit Karsten Schütze und alles sollte unter Dach und Fach sein.

So einfach ist es mit Karsten:

Hallo, Hallo Karsten ?

Ja !

Du, darf ich deine Boote mal benutzen?

Du bist ganz schlecht zu verstehen, wir sind im Urlaub und hier ist es schwierig mit dem Empfang!

Deine Boote, darf i

Wir wollen morgen bei gutem Wetter auf die Zugspitze! ………

2.Anruf….

Deine Boote Katharina und Dümpel darf ich die zur Rhin - Fahrt haben?

Du wir kommen am WE zurück und dann………….

3. Anruf….

Katharina u.Dümpel würde ich gerne ausleihen.

Ach so, wir kommen am WE zurück und dann müssen wir mal sehen ob Conny arbeiten muss!

Ruhe…!Karsten, Hallo ?

Och du bist kaum zu verstehen, ich geh mal woanders hin…

Und dann endlich die erlösende Antwort:

Ja du darfst die Boote haben, wir werden nicht mit zum Rhin kommen.

Danke an Karsten für deine Bootsausleihe!

Danke an Vodafone für die Verbindung!


Jetzt war theoretisch alles im Lot, wenn wir nicht plötzlich nach Jumbos Boot hätten Ausschau halten müssen, niemand hat „HauRin“ gesehen. Wir haben ihn echt nicht gefunden, aber dafür war bereits klar Christa würde nicht an den Start gehen und somit war ein Boot frei und Jumbo – Bärchen gerettet.

Aber was hatte ich da gelesen, Treffen im Verein 7:30Uhr am Sonntag.

Oh je – na hilft alles nichts, wer als echter Hardcore HKC‘er durchgehen will der steht selbstverständlich mit dem Lächeln eines Nilpferdes am Sonntag früh im Verein auf der Matte.

 

(Morgens um 8Uhr ist die Welt noch in Ordnung, sooon Quatsch nicht am Sonntag!)

 

Es gibt Ausnahmen, das soll nicht unerwähnt bleiben, denn er ist ein Held der alten Schule!

Sein Name lautet: A N D R E E  H A N S E N; ruhig, bescheiden, stilvoll, durchtrainiert und Gentleman in einer Person, quasi der „James Bond“ des Wassersports!

Spätestens jetzt wird klar warum Gabi sich Andree als Kapitän und Steuermann für den 2’er ausgesucht hat. Nur bei der Pünktlichkeit war heut irgendwie der Wurm drin.

Aber bis zu seinem Eintreffen haben fleißige Hände schon den Großteil der Arbeit erledigt und die Expedition konnte beginnen.Theoretisch!

Zur Anfahrt kann nur so viel gesagt werden:

Ja, man kann ein Auto starten wenn man einen Schlüssel hat, Volker!

Wenn man Hose und Jacke an hat, dann schaut man auch in die Taschen von Hose und Jacke (zur Not auch in die eigene Unterhose) bevor man an die Mannschaft die Info des Schlüsselverlustes ausgibt und bevor der komplette Laderaum leergeräumt ist. Und nein Volker man fragt auch nicht vorwurfsvoll in die Runde: wer hat den Schlüssel abgezogen? und schickt dann noch ein: ich hab ihn jedenfalls nicht, hinterher!

OK, als Feueralarmprobe haben wir diese kleine Übung gerne einmal durchgespielt und schon hatte Volker den Schlüssel in seiner Hosentasche gefunden und wir den Laderaum vom Bus wieder nahezu perfekt eingeräumt!


So begann die Fahrt unspektakulär mit einer beinahe Geisterfahrt von Peter. Doch dank der Reaktionsgeschwindigkeit eines Hasen auf der Treibjagd hat er das Lenkrad rumgerissen und ist doch noch in der richtigen Spur gelandet. Danke Peter, die Fahrt hätte hier schon zu Ende sein können. Dabei hatten wir doch noch gut 1 Std. Fahrzeit vor uns.

Was sich in den anderen Autos für Szenen abgespielt haben entzieht sich den Kenntnissen meiner Person, aus unserem Auto gibt es von der hinteren Bank nur angenehmes zu berichten. Birgit (Prinzessin saß in der goldenen Mitte) eingerahmt von ihren Leibwächtern Jumbo und Andreas. Händchen haltend zu beiden Seiten denn die Flossen waren kalt wie Eis am Stiel.Volker hatte die Klimaanlage auf behagliche 20 Grad eingestellt und als wir das Ziel erreichten, hat auch die Temperatur im Fahrzeug Bergfest gefeiert.

So nun begann ganz fix das Ausladen und Bestücken der Boote, 2 Fahrzeuge zum Ziel fahren und 1 Auto wieder zum Start zurück, damit waren 2 Autos am Start und 1 Auto am Ziel!

Na, mit wie vielen Autos waren wir unterwegs?

Wem das jetzt zu schnell war um es zu verstehen, der liest bitte nochmal langsam!

Jetzt ging es los, nicht mit dem Paddeln sondern mit dem Regen, behagliche 8 Grad, Sprühregen und Mädels die mit gekreuzten Beinen dastanden als hätten sie in die Hose gemacht.

Na klar der Grund war schnell herausgefunden, bis in die frühen Morgenstunden wurde ja auf dem HKC Oktoberfest auf hohem Niveau gebechert was das Zeug hält, da fehlte natürlich Schlaf und durch die Kälte wurde auch der Drang zum Wasserlassen erhöht. In kleinen Schüben wanderte der eine oder andere ein paar Schritte weg und entledigte sich der Flüssigkeiten des Vortages.

Die Zeit die verging bis die Autofahrer wieder zum Start zurückkamen wurde genutzt um Proviant und alles Zubehör zu verstauen.

Und jetzt muss ich auch noch die Nervenstärke von „James – Andree Bond“ hervorheben, zunächst sah der 2’er sehr geräumig aus, als aber Gabi ihre Garderobe und den Proviant ans Boot gestellt hat, konnte ich mir die Frage nach einem Kellerraum in dem Boot nicht mehr verkneifen, außerdem sah es so aus als könne Gabi sich über die zu wählende Kleidung für den Tagesausflug nicht so recht entscheiden.


 

Einzig der knallige Jägermeisterhut der auf ihrem Kopf saß sollte für die gesamte Fahrt von Dauer sein.

Andree hat bei der Gepäckflut hier an diesem Tag auch noch seinen Bootsbelademeisterschein (neuer Ausbildungsberuf! und Pflicht wenn man mit Gabi fährt)gemacht. Natürlich bedeutet viel Gepäck auch viel Gewicht= viel benötigte Kraft, dazu später mehr.

Jetzt schlägt erstmals die Stunde von Matthias Brauns!

Was war das, hatte er vor mit der ausgebreiteten Zeltplane den Rhin runter zu surfen?

Nein, Matthias ist ein Survival Man, baut seelenruhig sein Gummi-Kanadier auf, füllt die Luftkammern (ich habe ihm Aufgrund seines Gepäckumfangs angeboten doch wenigstens die große Luftpumpe im Auto zurück zu lassen, das wurde aber wegen evtl. Altersinkontinenz des Bootes abgelehnt. Na das kann ja heiter werden dachte ich so bei mir! ) trinkt in aller Freundschaft ein Tässchen heißes Wasser aus seiner Thermo Hightech Flasche und macht nebenbei noch die Kameraausrüstung bereit. (Allein dafür möchte ich ihm an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen, es ist nicht leicht aus mehr als 600 Aufnahmen sich für das eine oder andere Bild zu entscheiden).


 

Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch an einen gemütlichen Ausflug!

Die Autofahrer kamen zurück und es hatte den Anschein als hätten sie im Auto die Regenschauer abgewartet um dann trockenen Fußes zu uns zu stoßen.

Jetzt, ja jetzt konnte es losgehen:

während die Ersten ihre Boote zu Wasser ließen wurde Gabi nochmals an die Grundlagen und Verhaltensweisen auf großen Schiffen von ihrem Kapitän herangeführt. Auch elementare Dinge wie vorne und hinten also Businesslounge und Maschinenraum mit Steuerhaus wurden ihr erklärt, vorsichtig, in ruhiger Tonlage auch das es keine Modeschau unterwegs geben würde und auch kein Filmset für die Fortsetzung von Titanic II auf uns wartete haben mehrere Teilnehmer versucht zu verdeutlichen.



Nun war der 2’er dran, kurze Sitzprobe als Trockenübung Gabi vorne, Andree hinten. Alle relevanten Luken und Utensilien waren gut zu erreichen, also aussteigen und Boot zu Wasser lassen. Wie gesagt Gabi vorne und Andree hinten, upps - Gabi nicht mehr vorne weil keine Kraft um das schwer beladene Boot noch tragen zu können. Also Hilfestellung von starken Männern und das schon im Vorlauf. Erste Zweifel taten sich über die Tragfähigkeit und die maximale Zuladung auf, dann einsteigen und staunen.

Das Boot mit Besatzung war schwimmfähig.


 

Alle waren in den Booten und ab ging die wilde Fahrt.

 

(Peter in seinem Element)

( was ist da los, Verzweiflung wegen fehlender Garderobe? )

 

Hier an dieser Stelle kann ich schon mal sagen, eigentlich war alles blendend gelaufen.

Schon nach den ersten gefahrenen Metern hat man ein Gefühl, dass sich den Erlebnissen im Spreewald sehr annähert. Ruhige Umgebung mit starkem Bewuchs an den Böschungen, ein Flussbett aus Kies, Gestein und Schlamm in guter Ausgewogenheit, dichte Schilfgürtel mit häufig wiederkehrenden Ausbuchtungen und abgebrochenen Uferkanten, stark unterschiedliche Wassertiefen von Sandbank bis 1,5 Meter Tiefe alles ist dabei. Von Bibern und Stürmen umgelegte Bäume und Äste die über und unter dem Wasser für ständig neue Schikanen und Stromschnellen sorgen. Flora und Fauna haben hier einen ganz besonderen Charme.

Und genau da beginnt der Reiz den Rhin zu befahren. Unsere Tour begann bei Rheinsberg und ist bis Zippelsförde ca. 16 KM lang. Auf dieser Strecke war jedoch im Gegensatz zum Spreewald nur einmal aussteigen und Boote raustragen notwendig. Die mittlere Fließgeschwindigkeit wird hier mit ca. 4-5 Km/h angegeben. An einigen Stellen ist die Vegetation so stark, dass die Sonne zu dieser Jahreszeit einen schweren Stand hat ihre noch wärmenden Strahlen durch den Bewuchs zu schicken. In der Folge ist man gezwungen sich stetig vorwärts zu bewegen und an die zahlreichen Hindernissen vorsichtig heranzufahren.Diese Strecke ist nur im vorgegebenem Zeitraum zum Befahren freigegeben. 16.06.-31.10. jeden Jahres, Wasserpegel und Sperrungen sind beim Rhin-Ranger (den solltet ihr euch merken) zu erfragen.

 

 

Nach ca. einer gefahrenen Stunde war verschiedentlich das traditionelle „Klappern“ zu hören, ein Brauch der den HKC schon seit Jahren auf allen Touren begleitet, außenstehende sind geneigt an balzende Storchenpaare zu denken. Fast jedes Boot ist mit einer Klapperdose bestückt, in der verschiedene Leckereien zum Vorschein kommen. Hat ein Paddler oder eine Besatzung das Verlangen nach Pause, so hält das Boot inne und fängt an mit der Dose zu klappern, die Gruppendynamik sorgt schlagartig für eine Zusammenrottung aller Boote und das Kreisen der Dosen beginnt. Jetzt schlägt die Stunde des Versorgungsdampfers besetzt durch Gabi und Andree. Aus den Tiefen des Bootes werden immer wieder erfreuliche Köstlichkeiten zu Tage befördert, das ist eine Wohltat nach körperlicher Anstrengung. An dieser Stelle sei Gabi gedankt, die für die ewig großzügige Ausstattung mit Naschwerk und Vitaminen sorgt. Die anderen Boote haben natürlich auch immer tolle Sachen dabei, auf unsere Frauen Elke, Simone, Silvia und Birgit ist da sowieso verlass, gar keine Frage.

 

( Brauch und festes Ritual im HKC-Breitensport, Klappern – kein Handwerk, sondern Nervennahrung und Stärkung ! )

 

Auf den ersten gefahrenen Kilometern zeichnete sich ein ständig wiederkehrendes Bild ab, unsere Füchse ( Elke und Peter ) fuhren mit sehr viel Umsicht und Gefühl als Vorhut an der Spitze der Expedition. In der Nachfolge wurden dann häufiger die Positionen mal getauscht um immer wieder zu einer Klapperpause zusammen zu finden.

 

 

Wir hatten noch nicht mal annähernd die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht da war schon so etwas wie Klagen aus dem Vorschiff der Santa Maria (Versorgungsdampfer mit „ Bondgirl Gabi und James-Andree Bond“ an Bord) zu hören.

Um es gleich zu sagen es ging Gabi nicht darum möglichst viel vom Proviant zu verteilen, sondern sie brauchte immer häufiger eine Pause zur Erholung. Die Arme waren schlapp aber ihr strahlendes Lächeln hat sie zu keiner Zeit verloren, selbst in den gefährlichsten Passagen, die man sich nur vorstellen kann, hat sie auf Anraten ihres Steuermannes sofort mit dem Paddeln aufgehört um die Manövrierfähigkeit des 2’ers und damit ein Scheitern des gesamten Projektes nicht zu gefährden.

 

 

Also Andree, mein Respekt mit welcher Ruhe du dieses Schubschiff durch diese unwirklichen Passagen des „Fluss des Todes“ gesteuert hast, selbst bei Ausfall der vorderen Maschine immer noch flott und souverän im Mittelfeld unterwegs!

Immer wieder galt es Hindernisse wie Bäume, Stromschnellen und Engstellen zu durchfahren. Damit waren aber die Hitzköpfe der HKC Paddelgruppe nicht wirklich ausgelastet, also musste wie üblich ein Spiel her an dem sich die Kraftprotze so richtig austoben konnten. Sprintwertungen zwischen zwei Baumstämmen, Gegner aus der Fahrtrichtung schieben, zusätzliche Hindernisse durch Richtungswechsel verursachen oder einfach nur mal den Gegner in ein Gespräch verwickeln damit er nicht die kommende Sandbank oder den großen Baumstamm unter der Wasseroberfläche sieht und aufläuft.

Und das ist wirklich toll an dieser Art von Ausflug, es spielt hier keine Rolle wer wie gut wie oft und lange im Boot sitz, vor einem Hindernis wie tiefliegenden Baumstämmen müssen alle warten und einer hilft den anderen beim Überwinden dieser Schwierigkeiten.

Immer wieder mit Rat und Tat zur Stelle, wenn sie nicht gerade mal selber Hilfe brauchten waren Simone und Peter. Peter hat sich dann selbst auch bei einem Manöver ganz ordentlich verschätzt und ist viel zu früh mit dem Kopf wieder nach oben gekommen. Ergebnis ist eine dicke Schramme auf dem Kopf und eine leichte Verspannung im Halswirbelbereich. Peter, ich bin sicher deine Elke wird´s schon richten!

 

 

Als überaus begabt muss an dieser Stelle wieder Matthias Brauns erwähnt werden, mit so einem Geschick und absoluter Ruhe wie er seinen Schlauch-Kanadier durch die Hindernisse gesteuert hat ist er eine absolute Bereicherung in unserem Team. Oft haben wir gar nicht bemerkt wie er sich an allen vorbeigeschoben hat um dann im Kehrwasser ruhig mit Kamera im Anschlag auf die Protagonisten dieser Veranstaltung zu warten und sie mit gezielten Aufnahmen für die Ewigkeit auf digitalem Medium festzuhalten. Gern sage ich nochmals, es sind über 600 Bilder die ich hier vorliegen habe! Aufnahmen von den anderen Teilnehmern habe ich noch angekündigt bekommen.


( hier ein Bild des Foto - und Kanadier Spezialisten Matthias )


Endlich für Gabi und den Rest der Crew stand die verdiente Mittagspause an. Anlegen, aussteigen, Boote an dem Wiedereinstieg ablegen und endlich Pipi machen!!!!


 

Jeder versorgt sich mit dem eigenen Proviant und außerdem wirft jeder auf den Tisch was er noch so zu entbehren gedenkt, meist unheimlich gesunde Dinge wie Schokoriegel, Kuchen, Obst und Gemüse ( geschnitten ) und Gummitiere und Haribo dürfen natürlich nicht fehlen. Bei den Getränken sollte man die Nähe von Jumbo meiden, da besteht der Eindruck es könnte sich um eine explosive Mischung aus der hochprozentigen Galerie einer Kneipe handeln (sehr zu empfehlen bei anstehender Erkältung). Jetzt hat Björn seine Betriebstemperatur erreicht und mal auf die Schnelle eine große Schüssel Nudeln verdrückt, dann hier und da noch einen kleinen Nachtisch und zum Schluss eine Zigarette.

 

 

Pünktlich zum Mittag begann es natürlich wieder etwas zu regnen und einige unserer Frauen haben doch stark mit den Temperaturen zu kämpfen gehabt, leicht geschwitzt durch die anstrengende 1. Etappe und dann zum Stillstand bei leichtem Regen kommen, das kann schon der Auslöser für einen Schnupfen sein. Simone musste noch telefonieren und als ich das sah viel mir sofort unser Gespräch auf der Anfahrt ein. Simone erklärte nämlich der Rhin – Ranger hätte ihr erzählt die Strecke sei freigegeben und befahrbar, das schien aber nicht wirklich für Simone von großem Interesse zu sein, denn sie schwärmte von der Stimme des Rhin – Rangers, die sei soooo toll und sympathisch. Na, welche Vermutung hatte ich da wohl? na klar den Typen treffen wir heute noch und wir werden alle vor Ehrfurcht in unseren kleinen Booten dem „Ranger vom Todesfluss“ (bis dahin war es eigentlich immer noch der Rhin) gegenüberstehen und Simone wird dahinschmelzen.

Volker der Realist hat mich dann aber in die Wirklichkeit zurückgeholt und den Anruf bei Michelle zu Hause verteidigt.

Also kein Treffen vereinbart mit Rhin – Ranger.

Schade eigentlich!

 

(Volker natürlich vor Jumbo) (ein Lächeln kostet nicht die Welt – Trailer Song zum neuen Bond ?)

 

Auf ging’s zur 2. Etappe,

die war deutlich kürzer als die erste und es sollte sich als nicht so verkehrt herausstellen. Wie gewohnt zog sich das Feld der Paddler wieder ein wenig auseinander und wir begannen natürlich erneut mit unserem Kräftemessen.

 

(Björn und Volker lauern auf ein Opfer, in diesem Fall Prinzessin Birgit)

( Elke und Peter immer vorneweg ! ) ( Björn der Killer)

 

Hier ein Sprint und dort ein verengen der Hindernisse und dann etliche Flusswindungen weiter plötzlich ein Stau und absolute Ruhe. Für uns Kraftprotze aus dem Hinterfeld war abstoppen und neugieriges fragen angesagt.

 

( …es ist aber auch manchmal zum Verzweifeln! )

 

Hier ist gerade eine Rotte Wildschweine von einer Uferböschung zur anderen gewechselt, war die Aussage von Silvia!

Wer sich noch daran erinnert, das ich Schwierigkeiten mit dem Geschmacks - und Geruchsnerv habe der kann sich vielleicht vorstellen warum ich den typischen Geruch dieser Tiere überhaupt nicht wahrgenommen habe. Eigentlich hielt ich es für einen Witz den Silvia mir da erzählt hat. Aber auch die anderen haben dann nach und nach von diesem Erlebnis gesprochen. Auch das der Geruch so intensiv war und noch einige Zeit in der Luft gelegen hat. Ich glaubees einfach mal das es kein Bär war den sie mir dort aufgebunden haben!



(Silvia Sonnenschein und Matze mach langsam!)

 

Zu Silvia und Matthias kann man nur sagen, dass sie sich unaufdringlich immer souverän im Mittelfeld aufgehalten haben. Silvia immer fröhlich und bedacht ja keinen Fehler zu machen und Matthias eher der vorsichtige und verhaltene, manchmal etwas verkrampft wirkende Typ. Dabei besteht in so einer Truppe doch gar kein Grund Matze, wir lieben dich alle!

Die Fahrt ging weiter und mit zunehmender Anzahl von Hindernissen, die teilweise wirklich schon in Limbo Tanz Manier bewältigt werden mussten, war am Ende immer Zeit zum Klappern oder Unfug machen. So und spätestens jetzt sollten alle die ich vorher als vorsichtig und verhalten beschrieben habe alles richtig gemacht haben.

( Elke immer locker unterwegs, Hochachtung ! ) ( Lagebesprechung mit anschließendem Kopfschmerz bei Peter )

 

Im Übermut war unsere zurückgefallene Gruppe Björn, Volker, Jumbo und ich noch gestärkt vom Mittag in permanentem Kräftemessen zugange. Volker und Björn haben sich ein Duell vor einem Hindernis geliefert und indiesem Gefecht beide Boote gegen die Fahrtrichtung gedreht. Soweit kein Problem, beide paddelten gegen den Strom und waren mit sich beschäftigt. Als ich die sagen wir mal doch etwas engere Stelle in

Abfahrtrichtung angepeilt habe.Da dachte ich mir, wenn du jetzt schnell an den beiden Kampfhähnen vorbei kommst, bist du anschließend vor ihnen und kannst sie ärgern.

da lacht er noch, denn die Welt war noch für wenige Minuten in Ordnung !

 

Das sollte der Fehler dieses Tagesausfluges werden!

Mit entsprechendem Anlauf habe ich die Engstellen angefahren und lag eigentlich nicht verkehrt, weder mit Geschwindigkeit nochmit meinem Kurs. Etwa einen halben Meter Abstand zu Björn undVolker. Jumbo war noch ein Stück hinter mir und nicht in die Auseinandersetzung verwickelt. Das sollte reichen um elegant die beiden abzuhängen und sauber am Hindernis vorbei zu gelangen! Wie immer im Leben läuft nicht alles geradeaus und das Boot von Björn schwenkt mit dem Bug in die Strömung. Gleichzeitig setzt er mit dem Heck auf einem Baumstamm auf und das Unheil nahm sein Lauf. Der Bug seines Bootes machte eine Schlenker in meine Fahrtrichtung setzt auf meinem Vorderschiff auf und rammt sich in meine linke Brusthälfte. Volker erkannte sofort meine Hilflosigkeit und hielt mich mit Boot am Baumstamm fest, Björn kümmert sich um mein vor Schmerz losgelassenes Paddel und ich rang um Luft. Ein Augenblick lang dachte ich mir fallen vor Schmerz die Augen zu, aber das hat Volker nicht zugelassen. Nach einigen Minuten der Erholung gab’s keine Frage, der Schock muss wohl den Schmerzreiz erheblich übertroffen haben, es wird weiter gefahren. Ich kenne keinen Paddler der lieber läuft als paddelt und sein Boot die restliche 1,5 KM zum Ziel schleppt.Also Augen zu und weiter geht’s. Mit angestrengtem Gesichtsausdruck und in der Hoffnung dass wir es bald geschafft haben paddeln wir aufs nächste Hindernis zu. Zugegebener Maßen das ging vorher alles fast spielerisch, jetzt wünschte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben, ich könnte mich kleiner machen als ich bin. Das Luftholen und die Bewegung fielen mir verdammt schwer und schön wäre wenn’s endlich vorbei ist.

In diesem Zusammenhang entstand der neue Beiname des Rhin, „Fluss des Todes“ mit Sicherheit übertrieben aber im weiteren Verlauf des Ausfluges war von mir immer wieder zu hören: ich hätte tot sein können! Natürlich weiß ich, dass man mit solchen Worten normalerweise nicht versucht die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber die Art des Unfalls bzw. die Heftigkeit des Aufpralls waren schon außerordentlich beeindruckend. Wie schnell hätte hier wirklich etwas noch schlimmeres passieren können!

Egal, die Fahrt wurde dann zum Abschluss noch einmal durch einen recht frisch vom Biber gefällten Baum unterbrochen, wieder waren alle Teilnehmer gefordert sich auf elegante Weise mit ihren Booten durch das Geäst zu schieben und dann Freunde war es soweit, das nicht nur von mir ersehnte Ziel war in Sicht!


(Jumbo, oder die Mütze vomRhin)Prinzessin Birgit in Dümpel(Achtung Farbe Paddel passt zur Bootsfarbe)

 

Noch ein Wort zur Prinzessin aus dem Vorjahr, sie fuhr im Dümpel von Karsten fast schon im Freestyle, immer glücklich strahlend und im ständigen Dialog mit ihrem Prinzen. Kein Hindernis zu schwer, kein Sprint zu lang und offensichtlich mit viel Spaß bei der Sache wenn sie sich mit Volker, Björn oder Jumbo messen konnte!

Als Abschluss dieser tollen Tagestour standen eigentlich dann nur noch das Verstauen der Boote sowie das Umziehen an. Krönung sollte noch schnell der Verzehr eines Fischbrötchens sein, der Fischer in Zippelsförde hatte auch noch offen, nur leider keine Fischbrötchen mehr.

 

 

Zusammenpacken und Verstauen gingen dann relativ zügig von statten, leider war ich nicht so in der Lage mit anzupacken aber immerhin habe ich mich alleine umziehen können.Die Schlussetappe endete mit einem kurzen Zwischenstopp beim Bauern der Kürbis und Kartoffeln im Angebot hatte und dann waren wir auch schon relativ zügig wieder im HKC angekommen. Abladen, Boote sauber machen und zurück in die Hallen und dann endlich nach Hause.Für alle Teilnehmer glaube ich war das ein wenn auch durchs Wetter etwas getrübter aber dennoch gelungener Tagesausflug den ich jederzeit gerne wiederholen würde. Wir verabschiedeten uns so gegen 18Uhr im HKC mit der Erkenntnis, dass es ein Tag mit vielen kleinen Abenteuern war.

 

4-mal Glück das die HKC’er nicht im Wasser gelandet sind, 1-mal Kopfschramme mit Nackenverspannung, zahllose Blasen an den zarten Händen, das geht nächstes Jahr besser Freunde!

 

Hier ist eigentlich Schluss der Berichterstattung aber einige haben es ja schon mitbekommen, für mich war dann doch noch nicht Schluss und somit folgt hier das Ende meines Tages:

Nach dem Duschen so gegen 19 Uhr ist wohl die ganze Last von meinem Körper gefallen und ein nicht unerheblicher Schmerz hat mich dann veranlasst die Reise ins Krankenhaus anzutreten. Sonntag gegen 20Uhr und Krankenhaus, ich hab das Gefühl einige halten sich schon den Bauch vor Lachen, könnt ihr gerne aber ich hatte Schmerzen und dachte mir das geht schon. Komische Reaktion des Körpers wenn man lange genug beim Arzt sitzt, weiß man plötzlich gar nicht mehr ob man wirklich krank ist. Na auf jeden Fall nach 2 Stunden hab ich dann versucht mit der Ärztin einen Deal zu machen, der mal richtig in die Hose ging.

1. Aufklärung: Rippenfraktur oder Rippenprellung müssen schon geröntgt werden. Man möchte gern wissen wie viele Rippen betroffen sind und welches Ausmaß ggf. die Gewalteinwirkung auf innere Organe wie Lunge, Herz oder Nieren usw. hat.

OK, lass ich noch über mich ergehen!

2. Bei mehr als 1 gebrochener Rippe bekommen Sie ein Bett bei uns! OK, dann lassen Sie uns nicht so viel Zeit vertrödeln, ich möchte gern nach Hause! Schauen wir mal! Nach einer weiteren halben Stunde war ein klärendes Gespräch möglich aber leider nicht mit der Ärztin die mich untersucht hat, ein anderer Kollege kam sah die Röntgenbilder und gratulierte mir zum Aufenthalt im Krankenhaus. Aha! 2 gebrochene Rippen und eine straken geprellte 3.Rippe und damit dürfen sie gerne bei uns bleiben! Als Option haben wir dann doch noch einen Deal unter Männer gemacht, ich hab unterschrieben dass ich vernünftig bin und mir die Empfehlungen des Arztes angehört habe und gegen seinen Rat das Krankenhaus verlasse. Dafür gibt er mir Schmerztabletten mit und etwas zur Atemerleichterung! Aus meiner Sicht eine sehr vernünftige Lösung.

Das war es, lang aber hoffentlich eine unterhaltsame Schilderung unserer Rhin - Befahrung.


Grund dieser ausführlichen Schilderung ist die Hoffnung im nächsten Jahr noch mehr Teilnehmer dabei zu haben.

 

Liebe Grüße

A N D R E A S

 


 
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